Gezähmte Berge

Gezähmte Berge basiert auf der Umnutzung eines fotografischen Archivs, dessen Bilder zum Referenzwert für stichprobenartige Vergleiche verschiedener alpiner Landschaften werden: Wie sie vor rund 100 Jahren waren und wie sie heute sind. Die multimediale Ausstellung zum Bildprojekt war von September 2020 bis April 2021 im Generallandesarchiv Karlsruhe und von Mai bis Juli 2021 im Staatsarchiv in Sigmaringen zu sehen. Weitere Ausstellungsorte sind in Planung.

Über das Bildprojekt

Der fotografische Nachlass des Geologen, Gletscherforschers, Skisportlers und Sportfunktionärs Wilhelm Paulcke enthält einige tausend Aufnahmen aus dem Alpenraum, teils als Reisedokumentation, teils zu Forschungswecken aufgenommen. Sie zeigen geologische Formationen und Gletscher, Staudämme, Berghütten und Siedlungen und entstanden während vieler Aufenthalte Paulckes in den Bergen zwischen 1890 und 1940.

Die erneute Aufnahme einiger der Fotografien von den gleichen Standpunkten rund 100 Jahre später dokumentiert die Entwicklung, die die fotografierten Orte genommen haben. Durch die möglichst exakte Wiederholung wird mein Einfluss auf das Bild minimiert. Die Veränderung des Abgebildeten zeigt sich um so deutlicher. Die Berge in ihrer stoischen Permanenz bieten den menschengemachten Veränderungen der in sie eingebetteten Landschaft eine Kulisse, aus der sie fast überdeutlich hervortreten.

Durch die große Zeitspanne gibt Gezähmte Berge einen Einblick in Prozesse, die den Erfahrungshorizont eines Menschen übersteigen: Prozesse der Domestizierung der Natur- und Lebensraums der Alpen, die sich in der Anpassung der Landschaft an zivilisatorische Bedürfnisse zeigen und in der Anpassung der Infrastruktur an steigende Bevölkerungs- und Besucherzahlen. Aber auch Vorgänge, die auf größere, globale Veränderungen verweisen wie der schleichende Rückzug von Gletschern und die mit immer größerem Aufwand betriebene künstliche Aufrechterhaltung von befahrbaren Schneeflächen für den Wintersport.

Ergänzende Fotografien konkretisieren ähnlich einer Kommentierung die sichtbaren Veränderungen. Sie verdeutlichen, was in den vergleichenden Bildpaaren oft nur erahnt werden kann: Dimensionen, Ausprägungen und Auswirkungen der Veränderungen auf Landschaft und Mensch. Thematisiert wird auch die Art der Beziehung des Menschen zur Alpenlandschaft, die sich in seinem Habitus beim Nutzen der Berge offenbart.

Gezähmte Berge erzählt von der Prozesshaftigkeit intensiv genutzter Landschaften. Sie sind nie fertig, im Gegenteil: Je raffinierter sie werden, desto stärker fordern die schon erfolgten Eingriffe weitere Anpassungen ein. In diesem Sinn stehen die gezeigten Landschaften synonym für viele Landschaften weltweit, deren Veränderungsrate diejenige natürlicher landschaftlicher Veränderungsprozesse um ein Vielfaches übersteigt.


Herbergen



Siedlungen



Energie-Infrastruktur



Pisten



Gletscher


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